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1. Auflage 2019

Trescher Verlag Berlin

eISBN 978-3-89794-462-6

Herausgegeben von Detlev von Oppeln und

Reihenentwurf und Gesamtgestaltung:

Lektorat: Corinna Grulich,

Das Werk einschließlich seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig. Dies gilt insbesondere für den Aushang, Vervielfältigungen, Übersetzungen, Nachahmungen, Mikroverfilmung und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

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Alle Angaben in diesem Reiseführer wurden sorgfältig recherchiert und überprüft. Dennoch können Entwicklungen vor Ort dazu führen, dass einzelne Informationen nicht mehr aktuell sind. Gerne nehmen wir dazu Ihre Hinweise und Anregungen entgegen. Bitte schreiben Sie an post@trescher-verlag.de.

Titelbild:

LÄNDER UND LEUTE

KROATIEN

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BOSNIEN UND HERZEGOWINA

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SERBIEN

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MONTENEGRO

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KOSOVO

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ALBANIEN

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NORDMAZEDONIEN

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REISETIPPS VON A BIS Z

ANHANG

Inhalt

Vorwort

Herausragende Sehenswürdigkeiten

Das Wichtigste in Kürze

Abkürzungen und Bezeichnungen

Entfernungstabelle

Touren durch den Westbalkan

Balkan-Wandertipps

Rundreisen mit dem Auto

LÄNDER UND LEUTE

Geographie

Landschaftsstruktur

Klima

Grünes Band Europa

Storchendörfer und Blaues Herz

Tourismus

Geschichte

Jungsteinzeitliche Siedlungen

Antike

Die Römer

Alexander der Große

Die Slawen

Christianisierung des Balkans

Serbisches Reich im Mittelalter

Schlacht auf dem Amselfeld

500 Jahre Osmanenherrschaft

Die Balkankriege 1912/13

Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen

Zweiter Weltkrieg

Jugoslawien unter Tito

Kosovokrise und Wahlen

Die Balkankriege der 1990er Jahre

Die Nachkriegszeit

Balkanroute

Heutige Situation

Geostrategische Interessen und ausländische Investitionen

Kultur

Film

Installationen und Performances

Literatur

Musik

Architektur

Essen und Trinken

KROATIEN

Zahlen und Fakten

Geschichte in Stichworten

Geographie und Klima

Politik

Wirtschaft

Sehenswertes

Zagreb und Nordkroatien

Kaptol und Oberstadt

Unterstadt

Mirogoj-Friedhof

Varaždin

Ausflugsziele im Zagorje

Slawonien

Ðakovo

Slavonski Brod

Istrien

Poreč

Rovinj

Pula

Im Landesinneren und an der Ostküste

Die Kvarner Bucht

Opatija

Rijeka

Insel Krk

Insel Rab

Inseln Cres und Lošinj

Ausflug zu den Plitvicer Seen

Dalmatien

Zadar

Insel Pag

Šibenik

Krka-Wasserfälle

Trogir

Split

Insel Korčula

Insel Brač

Insel Hvar

Insel Vis

Dubrovnik

Insel Mljet

BOSNIEN UND HERZEGOWINA

Zahlen und Fakten

Geschichte in Stichworten

Geographie

Politik

Wirtschaft

Küche

Sehenswertes

Der Westen

Banja Luka

Bihać

Nationalpark Una

Zentralbosnien

Jajce

Travnik

Sarajevo

Geschichte

Sehenswürdigkeiten

Die Umgebung von Sarajevo

Der Nordosten

Sutjeska-Nationalpark und Tjentište

Višegrad

Srebrenica

Die Herzegowina

Konjic

Mostar

Blagaj

Počitelj

Kravica-Wasserfälle

Neum

Trebinje

SERBIEN

Zahlen und Fakten

Geschichte in Stichworten

Geographie

Politik

Wirtschaft

Küche

Sehenswertes

Belgrad

Geschichte

Die Viertel und ihre Geschichte

Stari Grad

Dorćol

Vračar

Vračar-Hügel

Palilula

Savamala

Bulevar Kneza Miloša

Die Vojvodina

Nationalpark Fruška Gora

Klöster in der Fruška Gora

Subotica

Novi Sad

Geschichte

Sehenswürdigkeiten

Festung Petrovaradin

Entlang der Donau

Archäologischer Park Viminacium

Nationalpark Đerdap

Eisernes Tor

Kladovo

Inneres und östliches Serbien

Topola-Oplenac und Orašac

Aranđelovac

Gamzigrad

Niš

Kloster Studenica

Stari Ras

Kloster Sopoćani

MONTENEGRO

Fakten und Zahlen

Geschichte in Stichworten

Geographie

Politik

Wirtschaft

Bevölkerung

Küche

Sehenswertes

Bucht von Kotor

Herceg Novi

Risan

Perast

Kotor

Tivat

Cetinje und Lovćen-Nationalpark

Cetinje

Lovćen-Nationalpark

In den Bergen

Kloster Morača

Kolašin und Umgebung

Nationalpark Biogradska Gora

Durmitor-Gebirge und Nationalpark Durmitor

Tara-Schlucht

Žabljak und Umgebung

Podgorica

Geschichte

Sehenswürdigkeiten

Medun

Ein Ausflug zum Kloster Ostrog

Die Küste zwischen Budva und Albanien

Budva

Sveti Stefan

Bar

Ulcinj

Skutarisee

Inseln im Skutarisee

Virpazar

KOSOVO

Zahlen und Fakten

Geschichte in Stichworten

Geographie

Politik

Wirtschaft

Küche

Sehenswertes

Prishtinë

Geschichte

Orientierung

Altstadt

Zentrum

Die Umgebung von Prishtinë

Kloster Gračanica

Ulpiana

Amselfeld

Batllava-See

Tropfsteinhöhle von Gadime

Der Südosten

Prizren

Geschichte

Shatervani-Viertel

Die Innenstadt nördlich des Lumbardhi

Weinstraße Kosovos

Nationalpark Malet e Sharrit

Der Westen

Gjakova

Deçan

Peja

Rugova-Schlucht

Wasserfälle von Mirusha

ALBANIEN

Zahlen und Fakten

Geschichte in Stichworten

Geographie

Politik

Bevölkerung

Wirtschaft

Kultur

Küche

Sehenswertes

Tirana

Rund um den Skanderbeg-Platz

Südlich vom Skanderbeg-Platz

Block-Viertel und Bulevard Dëshmoret e Kombit

Im Osten Tiranas

Dajti-Gebirge

Die Umgebung von Tirana

Elbasan

Durrës

Amphitheater

Archäologisches Museum

Krujë

Basarstraße

Festung

Berat

Festung

Mangalem

Gorica

Zentrum

Korçë

Ausflüge von Korçë

Gjirokastër

Basarviertel

Festung

Stadtviertel Palorto

Die Umgebung von Gjirokastër

Die Südküste

Vlorë

Apollonia

Die Riviera

Sarandë und Umgebung

Butrint

Shkodër und die Nordalbanischen Alpen

Shkodër

Die Umgebung von Shkodër

Nordalbanische Alpen

NORDMAZEDONIEN

Zahlen und Fakten

Geschichte in Stichworten

Geographie

Politik

Wirtschaft

Bevölkerung

Küche

Sehenswertes

Skopje

Geschichte

Festung Kale und die Oberstadt

Altstadt

Moscheen, Hamams und Karawansereien

Das neue Zentrum

Die Umgebung von Skopje

Der Westen

Tetovo

Kloster Lešok

Popova Šapka und die Šarberge

Nationalpark Mavrovo

Mavrovo und Mavrovi Anovi

Kloster Sv. Jovan Bigorski

Galičnik

Lazaropole

Ohridsee

Ohrid

Kloster Sv. Naum

Weitere Ziele an Ohrid- und Prespasee

Pelagonija

Prilep

Kloster Treskavec

Kruševo

Bitola

Heraklea Lyncestis

Nationalpark Pelister

Mariovo

Der Osten

Kumanovo

Kratovo

Kloster Sv. Joakim Osogovski und Osogovoberge

Veles und Mladostsee

Štip

Stobi

Die Schlucht Demir Kapija

Strumica

Der See Dojran

Gevgelija

ANHANG

Reisetipps Westbalkan

Reisetipps Kroatien

Reisetipps Bosnien und Herzegowina

Reisetipps Serbien

Reisetipps Montenegro

Reisetipps Kosovo

Reisetipps Albanien

Reisetipps Nordmazedonien

Glossar

Literaturhinweise

Der Westbalkan im Internet

Über die Herausgeber

Register

Kartenregister

Bildnachweis

Karten- und Zeichenlegende

EXTRA

Umweltaktivisten kämpfen für das ›Blaue Herz Europas‹

Tito

Was ist der Balkan?

Winnetous ewige Jagdgründe

Der Filmemacher Emir Kusturica

Kaiser Galerius

Nationalsport Wasserball

Mutter Teresa

Skanderbeg

Mazedoniens Weinkeller

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Blick auf Berat in Albanien

Vorwort

Der Westbalkan hat sich in den vergangenen Jahren zu einem gefragten Urlaubsziel entwickelt, und gerade länderübergreifende Reisen erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Die Touristen erleben eine große Anzahl an Natur- und Kulturschätzen sowie eine in allen Ländern in jüngerer Zeit spürbar verbesserte touristische Infrastruktur, und sie erfahren, dass auch die Grenzen außerhalb des Schengenraums keine Reisehindernisse mehr darstellen.

Zahlreiche UNESCO-Welterbestätten liegen im westlichen Balkan, etwa Butrint, die antike griechische Ruinenstadt im Süden Albaniens, die Stadt Ohrid im Westen Nordmazedoniens mit ihren bestens erhaltenen Basiliken und Klöstern aus byzantinischer und frühchristlicher Zeit oder der Nationalpark Plitvicer Seen in Mittelkroatien.

Die Städte auf dem Westbalkan beeindrucken mit Architekturdenkmälern aus unterschiedlichsten Epochen. Belgrad bespielsweise, an der Schnittstelle von Orient und Okzident gelegen, besitzt eine Mischung aus osmanischen Bauweisen und mitteleuropäischer Gründerzeit, Art déco und Moderne. Ebenso interessant wie die Unterschiede zwischen den Städten sind ihre Gemeinsamkeiten. Sie deuten an, dass die heute selbständigen Länder einerseits über Jahrhunderte den gleichen Einflüssen der rivalisierenden Großmächte ausgesetzt waren, andererseits aber immer auch eigene Wege gingen und gehen.

Zu den imposantesten Naturschönheiten in der Region gehören die tief eingeschnittene Bucht von Kotor in Montenegro und die Rugova-Schlucht. Dieser zwölf Kilometer lange Canyon in Albanien bietet eine abenteuerliche Kulisse zum Wandern, Canyoning und Klettern. Überhaupt besitzt der Westbalkan für Wanderer viele Reize, darunter eine ganze Reihe grenzüberschreitender Wanderrouten. Eine der schönsten ist die 185 Kilometer lange Rundtour ›Peaks of the Balkans‹ durch die Nordalbanischen Alpen im Dreiländereck Albanien-Kosovo-Montenegro.

Der vorliegende Reiseführer stellt die sieben Länder des Westbalkans vor. Aus Platzgründen können nicht all ihre Schätze und Schönheiten hier umfassend dargestellt werden. Daher ist es unser Anliegen, die Besonderheiten und Eigenarten der einzelnen Länder und ihrer Regionen in Geschichte und Gegenwart sowie alle wichtigen Sehenswürdigkeiten und Naturschönheiten zu erläutern. Mithilfe der vorgeschlagenen Routen und der reisepraktischen Hinweise können die Orte mühelos zu individuellen Erkundungstouren kombiniert werden.

Zwischen Adriaküste und Eisernem Tor, Pannonischer Tiefebene und Dinarischem Gebirge bewegt man sich, von wenigen Küstenorten abgesehen, abseits des modernen Massentourismus – zu allen Jahreszeiten. Zudem ist das Reisen fast überall recht preisgünstig. Und wer sich darauf einlässt, die Region mit offenen Augen und vorurteilsfrei zu erkunden, nimmt das schönste Souvenir mit nach Hause: die Herzlichkeit und Gastfreundschaft der Einheimischen.

Viel Spaß bei der Entdeckung des Balkans wünschen die Herausgeber dieses Handbuchs!

Herausragende Sehenswürdigkeiten

Dubrovnik (Kroatien) image

Täglich machen in Dubrovnik im Süden Kroatiens Kreuzfahrtschiffe halt, und selbst Hollywood hat die Hafenstadt für sich entdeckt: Die perfekt erhaltenen Festungsanlagen dienten als Drehort für die TV-Serie ›Game of Thrones‹. Die mittelalterliche Stadtmauer der einstigen Seemacht ist begehbar, die Aussicht auf die Dächer der Stadt und auf das Meer von dort ist umwerfend. Die historische Altstadt – mit Prachtgebäuden aus Gotik, Renaissance und Barock – zählt zum Weltkulturerbe der UNESCO. → S. 121

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Istrien (Kroatien) image

Die Halbinsel im Norden Kroatiens bezaubert mit Naturschönheiten wie den Brijuni-Inseln oder dem Naturpark Kap Kamenjak sowie zahlreichen architektonischen Sehenswürdigkeiten und malerischen Städtchen. Auch Feinschmeckern ist Istrien mit seiner italienisch, österreichisch und ungarisch beeinflussten Küche ein Begriff. Spezialitäten sind vor allem Trüffel, Wein und Olivenöl. → S. 78

Sarajevo (Bosnien und Herzegowina)

Das Zentrum Sarajevos zeigt sich als einzigartige Mischung von orientalischer und habsburgischer Architektur. Dazu bietet die Stadt eine faszinierende kulinarische Bandbreite, eine einnehmende Offenheit gegenüber Besuchern und eine sorgfältig gepflegte Erinnerungskultur. → S. 152

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Stećci (Bosnien und Herzegowina) image

Sie stehen und liegen mitten in der Landschaft: rätselhafte weiße Grabsteine (Stećci). Die größten Ansammlungen von Stećci gibt es in Bosnien und Herzegowina, weitere in Kroatien, Montenegro und Serbien. Seit 2016 stehen die Grabsteine auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes. Zwei der schönsten Stećci-Standorte sind der Naturpark Blidinje am gleichnamigen See (nordwestlich von Mostar) und Radimlja westlich von Stolac. → S. 176

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Belgrad (Serbien) image

Die serbische und einstige jugoslawische Hauptstadt am Zusammenfluss von Donau und Save besitzt Ecken und Kanten, und gerade das macht sie so spannend. Das wilde Nebeneinander von traditioneller Balkanarchitektur, Art déco und allen Spielarten der Moderne weckt die Entdeckerlust. Dazu besitzt Belgrad ein überaus lebendiges Nachtleben, das sich nicht zuletzt in den zahlreichen Restaurant- und Disco-Schiffen an den Flussufern abspielt. → S. 201

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Eisernes Tor (Serbien) image

Eine der spannendsten Passagen der Donau und Krönung jeder Donaukreuzfahrt zum Schwarzen Meer ist das Durchbruchstal Eisernes Tor im Nordosten Serbiens an der Grenze zu Rumänien. Die schluchtartige Flusspassage ist eingebettet in zwei Reservate, den serbischen Nationalpark Đerdap und den rumänischen Naturpark Eisernes Tor. → S. 246

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Bucht von Kotor (Montenegro)

Der Anblick der tief eingeschnittenen Bucht von Kotor an der Adria, eingefasst von steilen, kargen Felswänden des Karstgebirges, ist unvergesslich. Auf einer Strecke von knapp 30 Kilometern schlängelt sich der ›Fjord‹ ins Landesinnere. Die Bucht mit der einzigartigen Landschaft und den Stätten historischen Reichtums gehört zum UNESCO-Weltnatur- und Weltkulturerbe. → S. 269

Altstadt von Kotor (Montenegro) image

Würdevolle Sakralbauten und Paläste entlang der romantischen, schmalen Gassen und verwinkelten Plätze künden von der früheren Bedeutung Kotors. Umgeben ist das dreieckige Zentrum von einer Stadtmauer aus venezianischer Zeit, von der Festung oberhalb der Stadt eröffnet sich ein traumhafter Blick in die Bucht von Kotor. → S. 276

Rugova-Schlucht (Kosovo)

Steile Felswände, Wasserfälle, Höhlen – der zwölf Kilometer lange Canyon im Dreiländereck Kosovo-Montenegro-Albanien bietet eine abenteuerliche Kulisse für Outdoor-Aktivitäten. Die Rugova-Schlucht empfiehlt sich zum Wandern, Canyoning und Klettern – mit der Via Ferrata Ari entstand dort der erste Klettersteig des Balkans. Auch der Fernwanderweg Peaks of the Balkans führt durch die Rugova-Schlucht. → S. 360

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Prizren (Kosovo) image

Prizren im Süden Kosovos ist mit seinem pittoresken Stadtbild der touristische Anziehungspunkt schlechthin. Den Reiz der Stadt machen die alpine Kulisse und viele bedeutende Bauwerke aus, besonders die Sinan-Pascha-Moschee, der Hammam, das Kloster Sveti Arhanđel und die Kirche Bogorodica Ljeviška (UNESCO-Weltkulturerbe). → S. 340

Butrint (Albanien) image

Die Ruinenstadt gehört zu den bedeutendsten Fundstätten im Mittelmeerraum, das Erbe der hellenischen, byzantinischen, venezianischen und osmanischen Kulturen ist hier bewahrt. Herausragend sind die Akropolis, ein Aquädukt und das Amphitheater der Römer, aus byzantinischer Zeit das Baptisterium und das Taufmosaik. Butrint liegt traumhaft an einer Lagune an der Straße von Korfu und gehört seit 1992 zum UNESCO-Weltkultur- und Naturerbe. → S. 421

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Tirana (Albanien) image

Ein Mix aus modern-mediterranem Leben und Tradition macht die Hauptstadt Albaniens aus: Da ist die Ethem-Bey-Moschee mit prächtigen Fresken aus der osmanischen Zeit; der Kulturpalast und das Nationalmuseum mit dem Helden-Mosaik sind monumentale Zeugen des einstigen Diktators Enver Hoxha. Im Block-Viertel hat sich eine lebhafte Ausgehszene etabliert mit Elektro-Musik in angesagten Clubs, Pizza und Bier im Straßenrestaurant – und Gourmetküche. → S. 374

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Ohrid (Nordmazedonien) image

Die Stadt Ohrid im Südwesten Nordmazedoniens liegt traumhaft am gleichnamigen See, einem der tiefsten und ältesten der Welt mit kristallklarem Wasser. Viele Pflanzen- und Tierarten gibt es nur hier. Rund 365 zum Teil prachtvolle Basiliken und Klöster aus byzantinischer und frühchristlicher Zeit in und um Ohrid haben der Stadt den Titel ›Jerusalem des Balkans‹ beschert. Die UNESCO ehrt Ohrid zweimal – als Natur- und Kulturerbe. → S. 465

Skopje (Nordmazedonien) image

Römische Festung neben osmanischer Altstadt, Brutalismus neben Neobarock des Städtebauprojekts ›Skopje 2014‹, das das Gesicht der Stadt neu geprägt hat: Die nordmazedonische Hauptstadt fasziniert mit architektonischer Vielfalt als Spiegel ihrer turbulenten Geschichte. → S. 442

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UNESCO-Welterbestätten

In den einzelnen Ländern sind die folgenden Stätten zum Welterbe erklärt worden: Kroatien: Historischer Komplex in Split mit dem Palast Diokletians (→ S. 111); historische Stadt Dubrovnik (→ S. 121); Nationalpark Plitvicer Seen (→ S. 95); bischöflicher Komplex um die Euphrasius-Basilika und historisches Zentrum von Poreč (→ S. 78); historische Stadt Trogir (→ S. 107); Kathedrale des Heiligen Jakob in Šibenik (→ S. 102); Ebene von Stari Grad

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Bosnien und Herzegowina: Alte Brücke und Altstadt von Mostar (→ S. 182); Mehmed-Paša-Sokolović-Brücke in Višegrad (→ S. 168)

Serbien: Stari Ras und Sopoćani (→ S. 261); Kloster Studenica (→ S. 260); Galerius-Palast in Gamzigrad (Romuliana, → S. 254)

Montenegro: Natürliche und kulturhistorische Region Kotors (→ S. 269); Nationalpark Durmitor (→ S. 292)

Kosovo: Mittelalterliche Denkmäler in Kosovo

Albanien: Butrint (→ S. 421); historische Zentren von Berat und Gjirokastër (→ S. 389, 403)

Nordmazedonien: Natur- und Kulturerbe der Ohrid-Region (→ S. 465)

Zum länderübergreifenden Welterbe zählen die alten Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten (Albanien, Kroatien), das Venezianische Verteidigungssystem des 16. bis 17. Jahrhunderts (Stato da Terra – westlicher Stato da Mar; Kroatien, Montenegro) sowie die Friedhöfe mit Stećci – mittelalterliche Grabsteine (Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Montenegro, Serbien).

Das Wichtigste in Kürze

Die im Buch angegebenen Websites sind, soweit nicht anders vermerkt, in der jeweiligen Landessprache und auf Englisch verfügbar. Bei Hotels und Restaurants, die keine eigene Seite haben, aber bei Facebook vertreten sind, steht hinter der Adresse/Telefonnummer das Kürzel ›fb‹.

Autofahren

Albanien: Lichtpflicht (auch tagsüber), Promillegrenze 0,1, Grüne Versicherungskarte erforderlich.

Bosnien und Herzegowina: Promillegrenze 0,3, Winterreifenpflicht 15.11.–15.4., Grüne Versicherungskarte erforderlich (mit Länderkürzel ›BIH‹).

Kosovo: Promillegrenze 0,5, Grüne Versicherungskarte wird nicht anerkannt, es muss eine extra Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden (ca. 30 Euro/2 Wochen).

Kroatien: Lichtpflicht (auch tagsüber), Promillegrenze 0,5, Grüne Versicherungskarte wird empfohlen.

Nordmazedonien: Promillegrenze 0,5, Grüne Versicherungskarte Pflicht (oder Abschluss einer Versicherung an der Grenze).

Montenegro: Promillegrenze 0,5, Grüne Versicherungskarte Pflicht (oder Abschluss einer Versicherung an der Grenze).

Serbien: Lichtpflicht (auch tagsüber), Promillegrenze 0,3.

Die Autobahnen außerhalb Deutschlands sind nahezu alle mautpflichtig.

Einreise

Für alle Länder gilt: Reisende aus Schengenstaaten (Deutschland, Österreich, Schweiz) können mit Reisepass oder Personalausweis einreisen, Kinder benötigen einen eigenen Ausweis mit Lichtbild. Touristische Aufenthalte sind in der Regel bis 90 Tage visafrei.

Eine polizeiliche Meldepflicht (z.B. bei Privatunterkünften, 24 Std. nach Ankunft) gilt in Kosovo, Nordmazedonien, Montenegro und Serbien. In Bosnien und Herzegowina muss man sich bereits nach zwölf Stunden melden, wenn ein Aufenthalt von mehr als drei Tagen geplant ist.

Albanien: Die Reisedokumente müssen bei der Einreise noch mindestens drei Monate gültig sein.

Bosnien und Herzegowina: Dokumente müssen bei der Ausreise noch drei Monate gültig sein. Bei der Einreise müssen Ausländer nachweisen, dass sie pro Aufenthaltstag über mindestens 150 KM (ca. 75 Euro) verfügen (bar oder Kreditkarte).

Kosovo: Dokumente müssen bei der Ausreise noch mindestens drei Monate gültig sein; alte Personalausweise werden nicht anerkannt (nur biometrische). Achtung: Die Ausreise nach Serbien von Kosovo ist nur möglich, wenn auch die Einreise nach Kosovo von Serbien aus erfolgt ist. Bei Einreise nach Kosovo aus einem Drittland ist die Weiterfahrt nach Serbien nicht möglich.

Kroatien: Dokumente müssen für die Dauer des Aufenthalts gültig sein.

Nordmazedonien: Dokumente sollten bei der Einreise noch sechs Monate lang gültig sein.

Montenegro: Dokumente sollten bei der Einreise noch drei Monate lang gültig sein. Der Personalausweis berechtigt nur zu einem Aufenthalt bis zu 30 Tage oder zur Durchreise.

Serbien: Dokumente müssen gültig sein. Auf die 90 Tage Visumfreiheit in Serbien werden auch Aufenthalte in Kosovo angerechnet.

Gesundheit

Empfohlen werden für alle Länder die Standardimpfungen, es besteht keine Impfpflicht. Für einige Länder oder bei längerem Aufenthalt kann die Impfung gegen Hepatitis A und/oder FSME sinnvoll sein. Aktuelle Informationen z. B. beim Auswärtigen Amt, www.auswaertiges-amt.de oder beim Centrum für Reisemedizin, www.crm.de.

Eine Auslandsreiseversicherung mit Rücktransportmöglichkeit wird empfohlen. Individuell benötigte Medikamente sollten mitgebracht werden.

Individuell oder organisiert?

Der Balkan ist problemlos auf eigene Faust zu bereisen. Seit vielen Jahren gibt es aber auch eine Reihe von Reiseveranstaltern, die länderübergreifende Rundreisen mit verschiedenen Schwerpunkten und unterschiedlicher Dauer anbieten, teilweise auch mit Abstechern nach Griechenland oder Bulgarien (→ S. 498).

Sicherheit

Insgesamt gelten alle Länder des Westbalkan als sichere Reiseländer, in denen die üblichen Vorsichtsmaßnahmen gelten: Kopien der Reisedokumente anfertigen, Originale an einem sicheren Ort verwahren, im Gedränge seine Sachen vor Taschendieben schützen, keine Wertsachen sichtbar im Auto lassen, Demonstrationen und Menschenansammlungen meiden.

In Bosnien und Herzegowina sowie in Kosovo kann es noch vereinzelte Minenfelder geben, weshalb die befestigten Straßen und ständig befahrene Wege nicht verlassen werden sollten. Aktuelle Informationen zu den einzelnen Ländern unter www.auswaertiges-amt.de. Wer ganz sichergehen möchte, trägt sich in die Liste von Deutschen im Ausland ein (https://elefand.diplo.de).

Adressen der Botschaften → ab S. 500.

Telefonnummern

Euronotruf: 112 (Kroatien, Bosnien und Herzegowina)

Serbien: Notruf: 094, Polizei: 092

Montenegro: Notarzt: 124, Polizei: 122, Feuerwehr: 123

Kosovo: Feuerwehr: 93, Polizei: 92, Notarzt und Rettungsdienst: 94

Albanien: Notarzt: 127, Verkehrspolizei: 126, Polizei: 129

Nordmazedonien: Feuerwehr: 193, Polizei: 192

Zentrale deutsche Notrufnummer zum Sperren von EC-/Kredit-/Handykarten: +49/116116

ADAC-Pannenhilfe: +49/89/222222

Unterkünfte

Kroatien: Die meisten Hotels bieten mittleren Standard, DZ 70–150 Euro; häufig Pauschal- oder All-inclusive-Angebote. Frühzeitige Buchung für die Hochsaison ist ratsam. Privatunterkünfte sind günstiger. Campingplätze fast an der ganzen Küste und auch im Inland zu finden, wildes Zelten ist streng verboten.

Bosnien und Herzegowina: Breitgefächertes Angebot an neuen und frisch renovierten Hotels, vergleichsweise günstige Preise. An touristischen Orten gibt es meist Campingplätze (Sommersaison), wildes Campen verboten.

Serbien: Das Angebot ist in den letzten Jahren erheblich gewachsen; in Städten westliches Preisniveau. In ländlichen Gebieten findet man sogenannte Etno-Kućas, Unterkünfte in traditionellen Häusern. Auch das Angebot an Campingplätzen wurde vergrößert. Wildes Campen ist verboten.

Montenegro: An der Küste gibt es ein breites Angebot an Unterkünften, durchgängig mit westeuropäischem Standard und Preisniveau. Eine Reservierung in der Hochsaison ist ratsam. Die wenigen Campingplätze befinden sich ebenfalls hauptsächlich an der Küste. Wildes Campen ist verboten.

Kosovo: Hotels und Motels gibt es in allen Preisklassen, Privatunterkünfte nur in wenigen abgelegenen Regionen. Camping spielt in Kosovo keine Rolle, es gibt auch keine empfehlenswerten Plätze.

Albanien: In den meisten Orten ist das Angebot an Hotels überschaubar; ein Doppelzimmer kostet 30 bis 70 Euro, in Tirana teils mehr. Hostels und Privatzimmer sind sehr günstig. Wildes Campen ist möglich, gegebenenfalls sollte man beim Grundstücksbesitzer fragen.

Nordmazedonien: Besonders groß ist das Angebot an Unterkünften in Ohrid und Skopje; DZ oft um 70 Euro. In touristisch frequentierten Gegenden gibt es Privatunterkünfte, im Land viele günstige Campingmöglichkeiten, meistens sehr einfach. Wildes Campen ist durchaus üblich, wenn auch nicht unbedingt erwünscht.

Unterwegs mit Bahn und Bus

Bedingt nicht zuletzt durch die topographischen Gegebenheiten, wird der öffentliche Fernverkehr, abgesehen von einigen wichtigen Bahnstrecken, meist mittels Bussen abgewickelt. Die Preise liegen – teils erheblich – unter denen in Deutschland. Ein Abenteuer für sich ist die Fahrt auf der Bahnstrecke Belgrad–Bar.

Verständigung

Kroatien: Deutsch ist in touristischen Gegenden weit verbreitet, jüngere Leute sprechen oft gut Englisch.

Bosnien und Herzegowina: Fast überall außer in abgelegenen Gegenden, wird Englisch gesprochen und oft auch Deutsch.

Serbien: Die Verständigung ist teilweise in Englisch möglich. Einige Serben können Deutsch, manchmal kommt man auch mit Russisch zurecht.

Montenegro: An der Küste wird oft Englisch, Italienisch und auch Deutsch gesprochen, im Hinterland deutlich seltener. In den südlichen Gegenden wird auch Albanisch gesprochen.

Kosovo: In größeren Orten sprechen die jüngeren Leute Englisch, Deutsch ist ähnlich verbreitet.

Albanien: Viele Albaner sprechen gut Italienisch, Griechisch, aber nur gelegentlich Deutsch. Die Jüngeren haben Englisch meistens in der Schule gelernt.

Nordmazedonien: Die jüngere Generation spricht oft gut Englisch, speziell im urbanen Raum. Regional gilt Albanisch als zweite Landessprache.

Die kyrillische Schrift wird in Serbien, Nordmazedonien und einigen Teilgebieten mit überwiegend serbischer Bevölkerung verwendet, in Montenegro sind sowohl das kyrillische als auch das lateinische Alphabet in Gebrauch.

Vorwahlen

Kroatien: +385 (00385)

Bosnien und Herzegowina: +387

Serbien: +381

Montenegro: +382

Kosovo: + 383

Albanien: +355

Nordmazedonien: +389

Währungen

Kroatien: Kuna, 1 Euro = 7,4 Kuna

Bosnien und Herzegowina: Konvertible Mark (KM), 1 Euro = 1,96 KM

Serbien: Dinar, 1 Euro = 118 Dinar

Montenegro: Euro

Kosovo: Euro

Albanien: Lek, 1 Euro = 123 Lek

Nordmazedonien: Denar, 1 Euro = 61 Denar Stand: Mai 2019

Ausführliche Informationen in den Westbalkan- und den Länder-Reisetipps → ab S. 496

Abkürzungen und Bezeichnungen

bb bez broja (›ohne Nummer‹, wenn keine Hausnummer vorhanden ist; Kroatien, Montenegro)

Bul./Blv. Bulevar/Bulevardi (Serbien, Albanien)

Rr. Rruga (Straße; Albanien, Kosovo)

Trg Platz (Serbien, Montenegro, Nordmazedonien, Bosnien und Herzegowina)

Sheshi Platz (Albanien, Kosovo)

ul. ulica (Straße; Serbien, Montenegro, Nordmazedonien, Bosnien und Herzegowina. In Nordmazedonien und Kroatien wird die Bezeichnung ›ulica‹ als Bestandteil des Straßennamens meist weggelassen.

Entfernungstabelle

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Touren durch den Westbalkan

Montenegro

»Durch die Schluchten des Balkans

image Mit dem Auto auf der Fernstraße Podgorica–Belgrad bis nach Kolašin in den Bergen Montenegros ist ein Abenteuer! Die Straße folgt in weiten Teilen den Gleisen der Eisenbahnstrecke nach Kolašin und verläuft parallel zum Fluss Morača und seinen Schluchten. An einigen Stellen stehen die Berge so dicht beieinander, dass nur ein kleines Stück des Himmels sichtbar bleibt. Unbedingt sollte man einen Stopp beim Kloster Morača einlegen.

Autorouten durch den ganzen Balkan → S. 27

»Hauptstadt-Hopping

image Durch den hohen Anteil an Gebirgen ist der Westbalkan nicht prädestiniert für Zugreisen. Eine Rundreise mit allen sieben Hauptstädten wird also am besten mit dem Auto oder per Bus gemeistert. Eine Strecken-Empfehlung: Zagreb via Novi Sad nach Belgrad mit dem Zug (ca. 6 Std.); Belgrad–Prishtinë mit dem Bus (Adio Tours, ca. 6 Std); Prishtinë–Skopje mit dem Zug (ca. 3 Std.); Skopje–Tirana mit dem Bus (Fertours; ca. 7 Std.); Tirana–Podgorica per Bus (Drita Travel, Old Town Travel; ca. 3,5–4 Std.); Podgorica–Sarajevo mit dem Bus (Glunexm, Transprom; ca. 6–7 Std.); Sarajevo–Zagreb mit dem Bus (Eurolines; ca. 5 Std.).

www.busticket4.me

www.busliniensuche.de

www.balkanviator.com

Macedonian Railways: https://mzt.mk

Serbian Railways: www.srbvoz.rs

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Segelboote an der kroatischen Küste

Kroatien/Montenegro

»Zur Bucht von Kotor

image Im Segelboot von Dubrovnik an den Klippen des Berges Spas entlang zur Bucht von Kotor. Fjordartig schmiegt sich die Weltnaturerbestätte zwischen die hoch aufragenden Bergflanken an der Adriaküste Montenegros. Segeltörns mit Reiseveranstalter oder für Erfahrene mit gemietetem Segelboot. → S. 269

Albanien

Ȇber den Koman-Stausee

image Die Fahrt auf der Autofähre von Shkodër nach Fierzë führt durch fast menschenleere Täler, durch die gefluteten Schluchten der Nordalbanischen Alpen – links steile Felsenwände, rechts der Drin-Fluss. Fierzë ist der Startpunkt für Wanderungen in Nordalbanien oder für die Weiterfahrt mit dem Auto (oder Minibus) nach Kosovo.

www.komanilake-explore.com

»Radrouten

image Der südliche Teil des 10 000 Kilometer langen europäischen Fernradweges Iron Curtain Trail (identisch mit Euro-Velo Route EV 13) folgt dem Verlauf des einstigen Eisernen Vorhangs zwischen Ex-Jugoslawien (Kroatien, Serbien, Nordmazedonien) und dem Ex-Warschauer-Pakt (Ungarn, Rumänien, Bulgarien). → S. 34

Neben dem Iron Curtain Trail durchmessen drei weitere EuroVelo-Routen den westlichen Balkan: Die Fluss-Route EV 6 Nantes–Constanța (via Kroatien und Serbien), teilweise identisch mit dem Donau-Radweg; die Mittelmeer-Route EV 8 Cadíz–Athen (via Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro und Albanien) und die Osteuropa-Route EV 11 vom Nordkap bis Athen (via Serbien und Nordmazedonien).

www.ironcurtaintrail.eu

www.eurovelo.com

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Der Koman-Stausee in Albanien

Kroatien

»Auf Winnetous Spuren

image Viele deutschsprachige Touristen, die in den 1970er und 1980er Jahren Urlaub in Jugoslawien machten, hielten vor allem entlang der kroatischen Küste Ausschau nach den Landschaften, die sie aus den Karl-May-Filmen der 1960er Jahre kannten. Diese Faszination scheint ungebrochen. Stefan Kubales großartige Website listet viele der Drehorte auf und vergleicht Filmbilder mit aktuellen Aufnahmen. Zur Winnetou-Rundreise gehört auch ein Besuch des Winnetou-Museums in Starigrad (Kroatien). Zudem steht Winnetou auf dem Programm einiger Reiseveranstalter (→ S. 98, 498). www.karl-may-filme.de/drehort/index.html

Serbien/Montenegro

»Belgrad–Bar

image Im Jahr 1976, nach 24-jähriger Bauzeit, wurde diese Bahnstrecke von Belgrad durchs Dinarische Gebirge zum Mittelmeerhafen Bar in Montenegro in Betrieb genommen. Zwischen den beiden Orten liegen knapp 480 Kilometer Schienen und fast 500 Brücken und Tunnels. Dabei steigt die Bahn bis auf 1000 Höhenmeter. Täglich gibt es zwei preislich sehr günstige Verbindungen vom Bahnhof Belgrad-Topčider, eine tagsüber, eine über Nacht, mit jeweils 11 Stunden Fahrzeit.

Serbian Railways: www.srbvoz.rs

»Albanische Riviera

image Die Passage von Orikum nach Dhërmi via Nationalstraße SH 8 steigt auf den Llogara-Pass. Hinauf geht es in steilen Kehren auf Straßen, die immer wieder von Ziegenherden gekreuzt werden, und durch sagenhaftes Bergwaldgebiet. Vom höchsten Punkt auf 1000 Metern ist das Meer nur drei Kilometer entfernt. Bei gutem Wetter überblickt man das Ionische Meer mit dem türkisfarbenen Wasser und den vorgelagerten Inseln bis zur griechischen Insel Korfu.

Balkan-Wandertipps

Das milde Klima und der hohe Anteil an Gebirge machen den Westbalkan zu einem Wanderreiseziel. Die mancherorts noch sehr rudimentäre Infrastruktur wird kompensiert durch den vergleichsweise geringen menschliche Eingriff in die Natur und noch zurückhaltenden Tourismus. Besonders spannend in dieser politisch so zerzausten Region sind länderübergreifende Projekte wie der Fernwanderweg Via Dinarica, der High Scardus Trail, der Dreiländerrundweg Peaks of the Balkan und das Wanderwegenetz Balkan Hiking Adventure.

»Balkan Hiking Adventure

37 ausgeschilderte Wanderwege von der Šar Planina (Malet e Sharrit) entlang der mazedonisch-kosovarischen Grenze im Norden bis zum Baba-Gebirge zwischen Prespasee und Bitola im Süden. Das Projekt zur nachhaltigen Tourismusentwicklung in strukturschwachen Gegenden kommt auch den Wanderern zugute, die hier eine überdurchschnittliche Infrastruktur vorfinden und mit den Einheimischen in Kontakt kommen, die wiederum von den Wanderern profitieren.

www.balkanhikingadventure.com

»Peaks of the Balkans

Der Dreiländerrundweg über 185 Kilometer und 11 500 Höhenmeter lässt sich in zehn knackigen Tagesetappen meistern. Von Theth (→ S. 430) im gleichnamigen albanischen Nationalpark über Valbona geht es entlang der Grenze Albanien-Montenegro und Kosovo-Montenegro nach Norden bis zum Dorf Reka e Allagës im kosovarischen Nationalpark Bjeshkëte Nemunavon dort nach Südwesten nach Montenegro über Plav durch den Nationalpark Prokletije zurück zum Ausgangspunkt. Das Wegenetz ermöglicht zudem diverse Abstecher und Varianten, darunter zum höchsten Gipfel der Nordalbanischen Alpen, die Jezerca (2694 m). www.peaksofthebalkans.com

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Wandergruppe im Dreiländereck Albanien, Kosovo und Montenegro

»Via Dinarica

Ein balkanübergreifendes Highlight ist auch der 1260 Kilometer lange Fernwanderweg Via Dinarica von Postojna (Slowenien), bekannt für das Höhlensystem Adelsberger Grotte, durch die kroatischen Nationalparks Risnjak, Nördlicher Velebit und Paklenica, via Nationalpark Sutjeska in Bosnien und Herzegowina zum Rakitnica-Canyon und durch den Nationalpark Durmitor in Montenegro zum albanischen Valbona im Nationalpark Valbonatal. Alternativrouten sind der (fahrradtaugliche) Green Trail im Hinterland nördlich des White Trail und der küstennahe Blue Trail (einschließlich einiger Inseln und Halbinseln). Auch einige Reise veranstalter haben Abschnitte der Via Dinarica im Programm, zum Beispiel Wikinger Reisen (www.wikinger.de) als zehntägige geführte Trekkingreise (Albanien, Montenegro und Kosovo). Diverse regionale Anbieter haben die Via Dinarica meist als einzelne Länderetappen im Programm, etwa Real Croatia (www.realcroatia.com) eine fünftägige Tour durch die Nationalparks Paklenica und Krka und Outdoor Albania (www.outdooralbania.com) mit einer siebentägigen Tour auf dem Abschnitt Albanien-Kosovo.

www.via-dinarica.org

www.viadinarica.com

»High Scardus Trail

Ein weiterer grenzüberschreitender Fernwanderweg ist der 2018 eröffnete, knapp 500 Kilometer lange High Scardus Trail im Dreiländereck Albanien/Kosovo/Nordmazedonien.

www.highscardus.com

www.balkanhikingadventure.com

www.peaksofthebalkans.com

Regionale Tour-Anbieter → S. 499

Literaturtipps → S. 516

Rundreisen mit dem Auto

»Südliche Balkanroute

Diese Route führt durch die südlichen Balkanländer Montenegro, Albanien, Nordmazedonien und Kosovo. Nach Tivat gelangt man zum Beispiel mit einem Charterflug. Die Streckenlänge beträgt insgesamt etwa 1200 km, die Reise lässt sich gut mit einem Badeaufenthalt in der Bucht von Kotor oder bei Ulcinj kombinieren. Auch am Ohrid-See in Nordmazedonien gibt es Strände; der Skutari-See in Albanien eignet sich weniger zum Baden, da viel Müll an den Stränden liegt. Auf dieser Balkanroute lernt man die ganze Vielfalt des südlichen Balkans kennen: pittoreske Ortsbilder, grandiose Landschaften, Geschichte und Moderne.

Montenegro

Tivat (→ S. 281) – Bucht von Kotor (→ S. 269): 11,5 km

Bucht von KotorBudva (→ S. 304): 21 km

BudvaSveti Stefan (→ S. 308): 8,5 km

Sveti Stefan – albanische Grenze bei Ulcinj (→ S. 312): 57 km

Albanien

Ulcinjalbanische Seite des Skutari-Sees (z. B. Zogaj, → S. 428): 47,5 km

ZogajShkodër (→ S. 423): 13 km

ShkodërDurrës (→ S. 384): 107 km

DurrësTirana (→ S. 374): 38 km

Nordmazedonien

TiranaOhrid (→ S. 465): 132 km

OhridBitola (→ S. 478): 70 km

BitolaSkopje (→ S. 442): 168 km

Kosovo

SkopjePrishtinë (→ S. 329): 92 km

PrishtinëPrizren (→ S. 340): 83 km

Montenegro

PrizrenTivat (→ S. 281): 306 km

»Küstenroute

Diese Route führt zunächst an der istrischen Küste entlang durch Kroatien, Montenegro und Albanien, zurück geht es durch das Inland: Nordmazedonien, Serbien und Kroatien. Badestopps bieten sich auf dieser Strecke bis Sarandë nahezu überall an, auf der Rückfahrt kann man sich noch im nordmazedonischen Ohridsee erfrischen. Auf der Rückreise kann man die Bekanntschaft mit gleich drei Hauptstädten machen. Anreise ab München z.B. über Slowenien nach Rovinj (585 km).

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Kroatien

Rovinj (→ S. 80) – Pula (→ S. 82): 35 km

PulaRijeka (→ S. 86): 107 km

RijekaZadar (→ S. 99): 237 km

ZadarSplit (→ S. 110): 157 km

SplitDubrovnik (→ S. 121): 230 km

Montenegro

DubrovnikBucht von Kotor (→ S. 269): 91 km

Albanien

Bucht von KotorShkodër (→ S. 423): 127 km

ShkodërDurrës (→ S. 384): 107 km

DurrësSarandë (→ S. 418): 233 km

SarandëKorçë (→ S. 397): 206 km

Nordmazedonien

KorçëOhrid (→ S. 465): 76 km

OhridSkopje (→ S. 442): 172 km

Serbien

SkopjeNiš (→ S. 255): 208 km

NišBelgrad (→ S. 201): 237 km

Kroatien

BelgradZagreb (→ S. 70): 395 km

»Zentrale Balkanroute

Von der kroatischen Hauptstadt Zagreb führt diese Route über Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Nordmazedonien, Albanien, Montenegro und Serbien wieder zurück. Auf diesen insgesamt etwa 2200 Kilometern werden alle sieben in diesem Reiseführer vorgestellten Länder besucht, der Schwerpunkt liegt auf den Hauptstädten. Achtung: Kosovo wird von Serbien nicht offiziell als Staat anerkannt: Die Ausreise nach Serbien von Kosovo ist nur möglich, wenn auch die Einreise nach Kosovo von Serbien aus erfolgt ist. Bei Einreise nach Kosovo aus einem Drittland ist die Weiterfahrt nach Serbien nicht möglich.

Kroatien, Bosnien und Herzegowina

Zagreb (→ S. 70) – Sarajevo (→ S. 152): 400 km

Kosovo

SarajevoPrištinë (→ S. 329): 393 km

Nordmazedonien

PrištinëSkopje (→ S. 442): 93 km

SkopjeOhrid (→ S. 465): 172 km

Albanien

OhridTirana (→ S. 374): 132 km,

TiranaSkhodra-See (Shkodër, → S. 423): 102 km

Montenegro

Skhodra-SeePodgorica (→ S. 296): 58 km

Serbien

PodgoricaBelgrad (→ S. 201): 455 km

Kroatien

BelgradZagreb (→ S. 70): 395 km

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Im alten Handwerkerviertel in Mostar

LÄNDER UND LEUTE

Ich regiere ein Land mit zwei Alphabeten, drei Sprachen, vier Religionen und fünf Nationalitäten, die in sechs Republikenleben, von sieben Nachbarn umgeben sind und mit acht Minderheiten auskommen müssen.

Josip Broz Tito

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In Mostar, Bosnien und Herzegowina

Geographie

Das Balkangebirge (serb.: Stara Planina), das der südosteuropäischen Halbinsel ihren Namen gibt, erstreckt sich etwa 600 Kilometer in Ost-West-Richtung vom Schwarzen Meer quer durch Bulgarien südlich und parallel zur Donau bis zu den Donauebenen östlich von Belgrad. In einer Kurve nach Norden bildet das Gebirge eine natürliche Grenze zwischen Bulgarien und Serbien. Höchster Gipfel des Gebirges ist der Botev (2376 Meter) in Bulgarien.

Auch wenn das Balkangebirge selbst im Westbalkan eher als Ausläufer in Erscheinung tritt, so erinnert er doch daran, was die Landschaft dieser Region ausmacht: Berge. Allerdings wirken diese Gebirgszüge weniger wie eine trennende Grenze zwischen Ländern oder Kulturen als vielmehr wie eine begleitende Unebenheit, ein landschaftliches Provisorium, zur Unterstreichung des kulturellen Images des Balkan als Korridor zwischen Europa und Asien.

Landschaftsstruktur

Gebirge beherrschen weit über die Hälfte der Fläche des Westbalkans, vor allem im Zentrum und zur Küste hin, während sich nach Norden die Ebenen von Donau und Save ausbreiten. So verwundert es kaum, dass 33 der 41 Nationalparks in Gebirgsregionen liegen oder Gebirge mit einbeziehen. Geographisch bedeutender als das Balkangebirge ist das Dinarische Gebirge für den Westbalkan. Entlang der Adriaküste zieht es sich etwa 650 Kilometer lang von Slowenien durch Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Serbien und Montenegro bis Albanien mit dem höchsten Gipfel des Gebirges, dem Maja e Jezercës (2694 Meter) in den Nordalbanischen Alpen. Vor allem in Kroatien formt das Karstgebirge die berühmte Winnetou-Landschaft, wie sie sich Millionen von Fernsehzuschauern eingeprägt hat, als Kulisse diverser Karl-May-Verfilmungen der 1960er Jahre mit Pierre Brice als edlem Apachenhäuptling und Lex Barker als sein Blutsbruder Old Shatterhand.

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Wanderer am Korab an der albanisch-nordmazedonischen Grenze

In Süd-Nord-Richtung verlaufen das Korabgebirge, auf einer Länge von 40 Kilometern zwischen Albanien und Nordmazedonien, und die Šar Planina, über 80 Kilometer zwischen Kosovo und Nordmazedonien. Höchste Gipfel dieser Gebirge sind der Korab (2764 Meter) und der Titov Vrv (2747 Meter), beide in Nordmazedonien. Der Korab ist zugleich der höchste Gipfel des Westbalkans.

Auffällig in der Landschaftsstruktur sind neben den Gebirgen vor allem die Ebenen entlang der wichtigsten Flüsse Donau und Save im Norden der Region, also in Serbien und Kroatien. Als Teil der Pannonischen Tiefebene markieren sie den Übergang zum flachen Süden Ungarns. Zwei Seen im Westbalkan gehören zu den größten Europas: der Skutarisee (etwa 370 Quadratkilometer) zwischen Montenegro und Albanien und der Ohridsee (etwa 350 Quadratkilometer) zwischen Nordmazedonien und Albanien. Der Ohridsee, fast 700 Meter über dem Meer gelegen, ist einer der ältesten Seen der Welt (zwei bis fünf Millionen Jahre alt, einige Quellen schätzen ihn sogar auf vier bis zehn Millionen Jahre), ein sogenannter Ursee. Durch seine große Tiefe (290 Meter) wird das Wasser nur sehr langsam ausgetauscht und wirkt damit als biologisches Archiv.

Klima

Das parallel zur Adriaküste verlaufende Dinarische Gebirge verhindert einen größeren Einfluss des Mittelmeerklimas auf den Westbalkan. Abgesehen von einem relativ schmalen Küstenstreifen von Kroatien über Montenegro bis Albanien bedeutet das für den Großteil des Westbalkans kontinentales Klima mit heißen, trockenen Sommern und kalten, schneereichen Wintern. Dieses Klima spürt man häufig schon in einer Entfernung von nur 20 Kilometern zur Küste.

Grünes Band Europa

Die politische Trennung in Ost- und Westeuropa zwischen dem Ende des Zweiten Weltkriegs und dem Fall der Mauer 1989 hatte auch eine unbeabsichtigte positive Seite: Entlang des Eisernen Vorhangs, der Grenze zwischen Ost und West, entstand oder blieb auf beiden Seiten ein zwischen 50 und 200 Meter breiter Streifen Natur, unbehelligt von Ansiedlungen und Industrie. Den Donaunebenfluss Drau zwischen Kroatien und Ungarn bewahrte der Eiserne Vorhang beispielsweise vor einer Begradigung.

Nach dem Ende des Kalten Krieges bemühten sich diverse Initiativen darum, diesen schmalen Streifen Biotop zu erhalten, als verbindenden Grünstreifen, wo einst Stacheldraht die Menschen trennte. Ausgangspunkt war das Grüne Band Deutschland entlang der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze. Diese 2002 formulierte Idee wurde später auf ganze Europa ausgedehnt. Schirmherr des Grünen Bandes ist der ehemalige Generalsekretär der KPdSU, Michail Gorbatschow.

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Am Prespasee in Mazedonien

Anders als Albanien blieb Jugoslawien während des Kalten Krieges blockfrei, war also trotz der offiziell sozialistischen Ausrichtung kein Mitglied des Warschauer Pakts und hatte daher entsprechende Grenzen zu den östlichen wie zu den westlichen Nachbarn. Folglich teilt sich das Grüne Band Europa (www.europeangreenbelt.org) am Dreiländereck Österreich-Ungarn-Slowenien: Ein Teil folgt der Grenze zwischen Österreich und Italien mit Slowenien bis zur Adriaküste. Der andere Teil zieht sich entlang der einstigen Grenzen zwischen Ex-Jugoslawien (Slowenien, Kroatien, Serbien Nordmazedonien) und den ehemaligen Ostblockstaaten (Ungarn, Rumänien, Bulgarien), um sich im Dreiländereck Nordmazedonien-Bulgarien-Griechenland erneut zu teilen. Ein Abschnitt folgt der alten Grenze zwischen Albanien und Jugoslawien, der andere folgt der alten Grenze zwischen Griechenland und der Türkei mit Albanien, Nordmazedonien und Bulgarien.